Bezau siegt im Holz

Endlich hatte das Warten auf das erste Heimspiel im legendären Stadion an der Holzstrasse für alle Fans und Zuschauer ein Ende. In der zweiten Runde der Vorarlbergliga gastierte der VfB Bezau in Lustenau. Die Rahmenbedingungen für einen tollen Fussballabend waren gegeben — speziell der Rasen zeigte sich im Holz von seiner besten Seite und lud förmlich für einen Kick ein.

Doch geschenkt bekommt man in der Vorarlbergliga nichts. Beide Teams verloren ihre Auftaktspiele und waren vor der Partie deshalb besonders motiviert, um möglichst einen schlechten Saisonstart zu vermeiden.
Auf Seiten der Hausherren gab es in der Startformation nur eine Änderung im Vergleich zum Spiel gegen Andelsbuch, und zwar rückte Luca Hollenstein in die erste Elf. Nach kurzem Abtasten übernahm der FCL die Kontrolle und hatte durch Hüseyin Zengin eine riesige Chance. Nach einem verkürzten Rückspiel auf den Gäste-Torhüter sprintete Zengin dazwischen und stand halblinks vor dem Tor. Sein Schlenzer ins lange Eck ging allerdings über das Tor. Da wäre mehr drin gewesen. Keine 60 Sekunden später der nächste laute Aufschrei im Holz. Nach einem Angriff über die Flügel wurde Zengin perfekt zwischen Fünferraum und Elfmeterpunkt angespielt und hatte nur noch das halbleere Tor vor sich. Sein satter Schuss flog dann jedoch über die Querlatte und das sicher geglaubte 1:0 fiel nicht. Die Zuschauer konnten es kaum fassen und die Bezauer hatten nun zwei Mal großes Glück. Der FCL blieb am Drücker und forcierte mehrere Angriffe über die Flügel. Asiu setzte sich in der 20. Minute durch und konnte nur noch in letzter Sekunde vor dem Abschluss gehindert werden. Der Eckball im Anschluss brachte nichts ein. Das Gästeteam hatte bis hierhin kaum nennenswerte Torszenen. Erst in der 24. Minute kam Dos Santos zu einer Möglichkeit, als König einen Rückpass zu Noah Küng zu kurz spielte. Diesmal hatte der FCL das Glück auf seiner Seite. Auch der nächste Angriff gehörte den Gästen. Nach einem Eckball und ein bisschen Glück hätte Bezau sogar in Führung gehen können. Diese Möglichkeit schien für die Blau-Weißen als Weckruf gedient zu haben, denn in Folge wurden wir wieder stärker und die nächste Chance ließ nicht lange auf sich warten. Nach einem Foul im Strafraum zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt. Der bis anhin glücklose Zengin schnappte sich den Ball und die Verantwortung und ging in das Duell mit dem Bezauer-Torhüter. Jetzt musste der Führungstreffer einfach fallen. Leider wurde sein Schuss von Torhüter Botic abgewehrt und es blieb auch nach der nächsten Top-Chance beim 0:0.

FC Lustenau/Günter Egartner

Und wer sich im Fussball etwas auskennt der weiß, dass wenn man die Chancen nicht nutzt, dies meistens bestraft wird. Und so kam es auch an diesem Mittwochabend im Holz. Dos Santos wurde von seinen Mittelfeldspielern gut in Szene gebracht und mittels Heber erzielte der Stürmer die 0:1 Führung für den VfB Bezau. Damit war das Spiel völlig auf den Kopf gestellt. Wenige Minuten später war Halbzeit.Wir können es nur erahnen wie es den Spielern in der Kabine ergangen ist, der Schock war auch den zahlreichen Zuschauer anzusehen. So viele hochkarätige Chancen und doch 0:1 in Rückstand. Zum Glück blieb noch die zweite Halbzeit. Allerdings begann diese so, wie die erste aufgehört hat. Und zwar mit einer weiteren Großchance für die Hausherren. Nach einer Flanke von Karakas köpfelte Kobleder das Leder an die Latte. Als der Ball zurücksprang und der Torhüter schon aus dem Spiel war ergab sich die nächste Kopfball-Chance auf das leere Tor. Doch auch dieser Ball landete an der Querlatte. Die Zuschauer konnten es einfach nicht fassen. Der sichergeglaubte Ausgleich blieb aus. Dieser Chancenwucher gab auch den Gästen eine Art von Selbstbewusstsein, dass an diesem Abend etwas zu holen ist.

FC Lustenau/Günter Egartner

Das Spiel fand hauptsächlich im Mittelfeld statt und Torszenen wurden stetig weniger. Die Gäste konnten es mit der Führung im Rücken ruhiger angehen und der FCL scheiterte meistens an sich selbst oder an der Querlatte. Auch im Spielaufbau war ein gewisser Bruch zu erkennen, weshalb Torhüter Botic nicht mehr so oft eingreifen musste. Die Bezauer standen kompakt und ließen nicht mehr viel zu. Offensiv war von den Wäldern aber auch nichts zu sehen, außer ein Freistoß aus mittelgroßer Distanz durch Andreas Simma, welcher wuchtig aber knapp über das Gehäuse flog. Gegen Ende des Spiels warfen die Blau-Weißen nochmal alles nach vorne. Sie wollten die Heimniederlage unbedingt verhindern. In der 88. Minute wurde ein Kopfball auf der Torlinie geklärt. Nicht zu glauben. Danach zeigte der Schiedsrichter die vierminütige Nachspielzeit an. In der Nachspielzeit gab es nur noch eine Chance, die hatte es dafür aber in sich. Nach einem letzten Eckballflog Kobleder in die Höhe und kam mit dem Kopf an den Ball. Der Ball verpasste das Tor nur knapp und ging links am Kasten vorbei.

FC Lustenau/Günter Egartner

Aus und vorbei. Das Spiel war nach dieser Aktion beendet und der FCL ging gegen ein eher schwaches Bezau als Verlierer vom Platz. Heute passte das berühmte Fussball-Motto wie selten zuvor: „Wer die Chancen nicht macht, wird am Ende bestraft.“