Bregenz schlägt den Titelverteidiger

Die VFV-Cup Auslosung brachte in der 4. Runde einen richtigen Kracher. Im Stadion an der Holzstraße standen sich am heutigen Nationalfeiertag der Titelverteidiger FC Lustenau 1907 und der höherklassige Gegner SW Bregenz gegenüber.

Zuschauer und Fans konnten sich also auf eine packende Partie bei kühlem aber trockenem Wetter freuen – und wurden in keiner Weise enttäuscht. Das Spiel begann den Erwartungen entsprechend intensiv. Rückkehrer Kristijan Makovec und seine Mannen versuchten im Mittelfeld ihre körperliche Überlegenheit zu nutzen, um die starke Offensivreihe um Barbosa und Co. gewinnbringend einzusetzen. Die Jungs aus der Holzstraße waren also von Beginn an gefordert und nahmen die Herausforderung auch sofort an. So gut, dass auch die Bregenzer in der Defensive gefordert waren. Das Heimteam spielte hervorragend mit und erarbeitete sich gute Abschlussmöglichkeiten. In der 12. Minute jubelte das Holz zum ersten Mal, als Okan Öner nach einem Eckball perfekt positioniert war und den Ball per Kopf im Tor versenkte. 1:0 für den Underdog aus Lustenau. Der Treffer gab weiteres Selbstvertrauen für die Blau-Weißen, was allerdings nicht lange andauerte. Drei Minuten später übersah der Linienrechter eine glasklare Abseitsposition von Blaser, welcher nachher allein auf FCL-Torhüter Küng zusteuerte. Die Chance ließ er sich nicht nehmen und verwandelte eiskalt zum 1:1. Die zahlreichen Gäste-Fans bejubelten den Ausgleichstreffer lautstark.

Trotz des schnellen Ausgleichtreffers blieben die Lustenauer ihrer Linie treu und versuchten sich weiterhin offensiv in Szene zu setzen. Gleichzeitig mussten sie einen hohen Aufwand in die Abwehrarbeit stecken, da die Bregenzer Offensivqualität nicht versteckt blieb. Noah Küng musste in der ersten Halbzeit mehrfach eingreifen und verhinderte damit einen weiteren Gäste-Treffer. Auf der anderen Seite konnte sich aber auch der Bregenz-Torhüter nicht über zu wenig Arbeit beschweren. Die Blau-Weißen tauchten immer wieder gefährlich vor dem Tor auf. So auch Linus Hämmerle, als er einen weiten Abschlag nicht unter Kontrolle brachte. Ansonsten wäre der Weg zum Torhüter frei gewesen. Kurze Zeit später setzte sich auch Igor Marjanovic in Szene, als er einen gut vorgetragenen Angriff mit einem satten Schuss abschloss. Der Ball wurde von Grubor mit den Fingerspitzen am Pfosten vorbei gelenkt. Ausgerechnet als kein Treffer auf Seiten der Bregenzer in der Luft lag, nutzten sie ihre Chance. Nach mehreren Abschlüssen am und im Strafraum und Glanztat von Küng, stand Dervisevic goldrichtig und netzte unmittelbar vor der Halbzeit zur 1:2 Führung ein. Ein ganz bitterer Zeitpunkt aus Sicht der Hausherren.

Nach dem Seitenwechsel wollten die Gäste aus Bregenz ihr Momentum nutzen und die 1:2 Führung ausbauen. Gesagt und getan. Uelder Barbosa Mendes erhöhte bereits in der 48. Minute zum 1:3. Dieser Gegentreffer saß tief. Innerhalb von vier gespielten Minuten musste man zwei Gegentreffer hinnehmen und rannte damit ab sofort einem zwei Tore Rückstand nach. Das Team von Philipp Hagspiel kennt aber kein aufgeben und versuchte alles, um weiterhin gut im Spiel zu bleiben. Dies war natürlich aufgrund des Spielstandes noch schwieriger als zuvor. Gleichzeitig kam eine gewisse Leichtigkeit bei den Bregenzer hinzu, was sich gut in den Offensivaktionen zeigte. Zuerst knallte ein Kopfball an den Pfosten und kurze Zeit später flog Küng durch den Strafraum und riskierte Kopf und Kragen, damit nicht der entscheidende vierte Gegentreffer fiel. Genau solche Aktionen kombiniert mit Kampfgeist war der Grund, wieso es hinten hinaus noch einmal spannend wurde. Gegen Ende bekam der FCL die zweite Luft und drückte die Bregenzer stark zurück. In der 84. Minute krönte der stark aufspielende Öner seine Leistung mit einem Doppelpack und verkürzte auf 2:3. Aufseiten der Gäste begann nun das große Flattern, was sich auch in diversen unsportlichen Aktionen widerspiegelte. In der einen Szene, als der FCL bei einem Einwurf das Spiel schnell machen wollte, wurde ein zweiter Ball von der Bregenzer-Bank ins Spiel geworfen. Der Schiedsrichter pfiff den Angriff ab. Dazu bedarf es keine weiteren Anmerkungen. Der FCL biss sich in der Nachspielzeit im Bregenzer-Strafraum fest und kam noch zu mehreren Eckbällen. Nach dem gefühlt vierten Eckball wäre auch beinahe der Ausgleich gefallen. Nach der Ecke entwickelte sich ein hin und her vor dem Tor, ehe der Ball durch einen Bregenzer geklärt werden konnte und Sekunden später war die Partie auch zu Ende. Damit scheidet der Titelverteidiger FC Lustenau 1907 gegen den Eliteliga-Klub aus Bregenz mit 2:3 aus. Doch das junge Team des FCL hat gezeigt, dass es auch mit den Großen aus Vorarlberg mithalten kann.

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