Ein Befreiungsschlag

Nach den zuletzt enttäuschenden Spielen unseres FC Lustenau 1907 stand heute Nachmittag ein ganz schwerer Brocken auf dem Programm. In Lochau traf man zum einen auf das bis dato ungeschlagene Team und zum anderen auf den Tabellenzweiten der Vorarlbergliga. FCL-Coach Hagspiel und sein Team mussten sich also etwas einfallen lassen, um nicht weiter in den Tabellenkeller zu rutschen. Und genau da hat der noch junge Trainer einen Glücksgriff gelandet…

Als erste Maßnahme stellte er auf ein 4-4-2 System um und stellte den erfahrenen Harun Erbek mit dem schnellen Simon Grabherr in die Sturmspitze. Doch dieser Umstellung nicht genug. Als weiteren Schritt setzte Hagspiel sich selbst in die Startformation, um die Fäden auch während der Partie im Mittelfeld zusammenzuhalten. Diese Umstellung war derart erfolgreich, dass am Ende ein Kantersieg für die Blau-Weißen herausschaute!

Das Spiel selbst nahm allerdings etwas behäbiger Fahrt auf und in der knapp ersten Halbzeit passierte nicht besonders viel. Doch man merkte dem Team aus Lustenau von der ersten Minute an, dass sie gewillt waren ihre Leistung durch Laufbereitschaft und Leidenschaft auf den Platz zu bringen. Dennoch erspielten sich die Hausherren aus Lochau ein leichtes Übergewicht im Spiel nach vorne. Dies hatte aber auch damit zu tun, dass sich die Lustenauer weit zurückfallen ließen, um bei Ballgewinn schnell in die Spitze zu spielen. Diese Nadelstiche taten den Lochauer äußerst weh und schienen dabei sehr verwundbar zu sein. Aus exakt so einem Spielzug ging unser FCL auch in der 29. Minute durch Simon Grabherr in Führung. Nach einer Kopfballverlängerung sprintete Grabherr auf das Tor zu und ließ sich nicht zwei Mal bitten. 0:1 für den FCL. Die taktischen Vorgaben machten sich bezahlt und der FCL probierte es im gleichen Stil weiter. In der 39. Minute war es wieder Grabherr, der seine Leistung mit einem Doppelpack belohnte. Nach einem Solo auf der linken Seite zog er in die Mitte und hämmerte das Ding ins lange Eck zum 0:2. Keine Chance für Torhüter Eichhübl. Eine verdiente 0:2 Pausenführung für die Blau-Weißen, doch der Eindruck sollte nicht gänzlich täuschen. Die Lochauer spielten eine gute Partie, doch die Offensivkraft in Person von Maccani wurde von der FCL-Verteidigung völlig aus dem Spiel genommen.

Die zweite Halbzeit war keine zwei Minuten alt, als die Blau-Weißen wieder jubelten. Diesmal durfte sich Kapitän Harun Erbek in die Torschützenliste eintragen und sorgte mit seinem 0:3 Treffer für die vermeintliche Entscheidung. Die Spieler waren sich wohl etwas zu sicher, denn nur zwei Spielzüge später verkürzte Feldkircher mit einem Elfmeter auf 1:3. Eine Art Spannung schlich sich ins Stadion ein, doch an diesem Tag war kein Kraut gegen das junge und wilde FCL-Team gewachsen. In der 58. Minute schlug Linus Hämmerle zu und erhöhte wieder auf 1:4. Es entwickelte sich ein Spektakel im Hoferfeld. Dem Heimteam muss man allerdings zu jeder Minute zu Gute halten, dass sie sich zu keinem Zeitpunkt aufgaben und weiterhin alles probierten. So war es nur logisch, dass sie noch einen weiteren Treffer erzielen konnten. Durch einen abgefälschten Freistoß von Maccani verkürzte der SV Lochau wiederum auf 2:4. Doch das sollte dann wirklich der letzte Treffer der Hausherren an diesem Nachmittag bleiben. Die Partie wurde in Folge noch härter und der Schiedsrichter musste mit mehreren gelben Karten einschreiten. In der 77. Minute reagierte Philipp Hagspiel und brachte Igor Marjanovic in die Partie. Dies sollte sich noch mehr als bezahlt machen. Zwei Minuten nach seiner Einwechslung jubelte Marjanovic über das 2:5 und die mitgereisten Fans glaubten ihren Augen kaum. Der bis dato ungeschlagenen SV Lochau schien völlig unter die Räder zu kommen. Igor schien auf der Bank gebrodelt zu haben und ließ seinen Torjägerqualitäten freien Lauf. In der 86. Minute erzielte der Kroate bereits seinen zweiten Treffer und stellte auf 2:6. Doch auch das war nicht der letzte Treffer des FCL bzw. von Igor. In der 89. Minute netzte er nochmal ein und erzielte damit innerhalb von nur zehn Minuten einen lupenreinen Hattrick. Wahnsinn. Mit dieser geilen Performance schlug unser Team aus der Holzstraße den SV Lochau klar und deutlich mit 2:7. Was für ein Sieg und was für ein Statement unserer Truppe.
So darf es weitergehen!