Mit negativem Abschluss in die Winterpause

Die Vorarlbergliga befindet sich seit dem letzten Spieltag bereits in der Rückrunde, in der unser FCL zum Rückrundenauftakt in Altach gewaltig unter die Räder kam. Diese Schmach wollten alle Beteiligten im letzten Meisterschaftsspiel gegen den SK Meiningen vergessen machen. Dies veranlasste FCL-Coach Philipp Hagspiel dazu, die Formation auf ein 3-5-2 System abzuändern und nominierte zwei Neue für die Startelf – darunter auch sich selbst.

Die taktischen und personellen Veränderungen sollten sich gleich von Beginn an bemerkbar machen. Keine zwei Minuten waren im Holz bei schönem Wetter und toller Kulisse gespielt, flitzte FCL-Stürmer Simon Grabherr bereits alleine auf Torhüter Lampert zu und versenkte den Ball mit etwas Glück im Tor. Ein nahezu perfekter Start in eine knifflige Partie. Gerade die schnelle Führung sollte für den FCL Warnung genug sein, wenn man einen kurzen Blick zurück zum Altach-Spiel wirft. Die Motivation war also groß, weiter am Ball zu bleiben und weiter konzentriert zu Werke gehen. Dies taten die Jungs auch und hätten beinahe einen Ausrutscher der Meiningen-Abwehr ausgenutzt. Die vermeintliche Torchance wurde im letzten Augenblick zunichtegemacht. Der Rasen war nach den Regenfällen sehr tief und schwer bespielbar. Doch damit hatten logischerweise beide Teams zu kämpfen. Die Meininger mussten in den ersten Minuten die erste Druckphase überstehen und versuchten nach eigenem Ballgewinn mit schnellen und hohen Bällen in die Sturmspitzen bzw. auf die schnellen Außenstürmer. Mittels so einem Angriff erzielte Andreas Mayer in der siebten Minute den Ausgleich. Er nutzte eine Unachtsamkeit in der FCL-Defensive und hatte in Anschluss freie Bahn auf das Tor und ließ die Chance nicht ungenutzt. Der Ausgleich schmerzte die Jungs aus der Holzstraße nur kurz, ehe man sich wieder auf die Offensive konzentrierte. Nach einer Viertelstunde verbuchten die Blau-Weißen die nächste Torchance. Zuerst hämmerte Simon Hämmerle den Ball an die Querlatte. Der Ball sprang bis außerhalb des Strafraums zurück und landete genau vor den Füßen von Philipp Hagspiel – obendrein auf seinem starken linken Fuß. Er nahm sich ein Herz und jagte die Kugel ins lange Eck zur erneuten Führung.

Nach dem erneuten Führungstreffer drückte der FCL auf die Tube und wollte frühzeitig Klarschiff machen. Die Meininger wehrten sich und kamen trotz der Überlegenheit der Hausherren immer wieder zu eigenen gefährlichen Aktionen. Ihnen gelang es durch ihre Spielweise, die neu-formierte Dreierkette, vor Probleme zu stellen. Dementsprechend musste FC Torhüter Küng immer auf der Hut sein. Da es unsere Jungs verabsäumten einen weiteren Treffer nachzulegen und die Defensivarbeit weiter am Schwimmen war, war der 2:2 Ausgleichstreffer durch Röthlin keine Überraschung. Mehrere Fehler in der Rückwärtsbewegung führten zu diesem Treffer. Und damit leider nicht genug. 120 Sekunden später ging der Gast aus Meiningen gar in Führung. Zuerst hält Küng einen „Unhaltbaren“, doch in der darauffolgenden Ecke blieb er chancenlos und Meiningen führte 2:3. Man konnte und wollte es nicht glauben. Und es wäre beinahe noch schlimmer geworden. Ein weiterer Angriff der Gäste endete mit einem Pfostentreffer. Großes Glück für den FCL, denn das wäre es wohl gewesen. Nach 45 Minuten gingen die Teams nach einer packenden und torreichen Partie zum Pausentee.

In der Pause musste gerade auf Seiten des FCL einiges besprochen werden. Beide Teams kamen verändert aus der Pause. Giselbrecht ersetzte Jakob Bösch und bei den Gästen wurde der verletzte Kapitän Golemac durch Bozkurt ersetzt.

Die Mannschaften tasteten sich in der zweiten Halbzeit erstmal etwas ab, weshalb der zweite Abschnitt etwas ruhiger begann. Doch weitere Brisanz folgte in der 58. Minute, als Adrian Hagen die Meininger gar mit 2:4 in Führung brachte. Die Spieler und vor allem die Fans konnten es nicht fassen. Jetzt war Mentalität gefragt. Teils wütende Angriffe der Hausherren waren die Folge und dem eingewechselte Giselbrecht wäre nach einer Flanke beinahe per Kopf der Anschlusstreffer gelungen – Torhüter Lamprecht hatte jedoch etwas dagegen. Kurze Zeit später fiel er dann trotzdem. Simon Grabherr verkürzte mit seinem persönlichen Doppelpack auf 3:4. Jetzt war wieder alles möglich und das war auch auf den Rängen zu spüren. Die Hausherren versuchten nun alles, um den aus unserer Sicht verdienten Ausgleich zu erzielen. Dabei war es wichtig die Balance zwischen Defensive und Offensive zu halten, denn ein weiterer Gegentreffer wäre das finale K.O gewesen. Bei diesem schwierigen Vorhaben kam uns obendrein die Meininger Spieleweise mit den schnellen Bällen in die Spitze nicht wirklich entgegen. Bei einem Gäste-Konter prallten der Angreifer und Moritz Beck blöde zusammen und mussten behandelt werden. Das hätte eine gute Chance für die Meininger werden können.

Je länger die Partie dauerte und je näher der Spielschluss kam, umso offensiver und aufregender wurde es. Die Blau-Weißen versuchten wirklich alles, um das Spiel noch in irgendeiner Form auszugleichen. Die führenden Gäste schmissen aber ebenso alles in die Waagschale und kämpften & kratzten bis zur letzten Minute. Kurz vor Schluss schaltete sich bei mehreren Eckbällen auch noch Noah Küng in die Offensive ein, doch am Ende gelang kein weiterer Treffer mehr. Damit musste sich unser FC Lustenau 1907 den Gästen aus Meiningen in einer packenden Partie mit 3:4 geschlagen geben.

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