Torreiche Partie endet Unentschieden

Am 18. September stand bei tollem Herbstwetter das Heimspiel gegen den FC Höchst auf dem Programm. Nach dem gefühlten Befreiungsschlag in Lochau (7:2 Sieg) wurde die Brust der Blau-Weißen deutlich breiter und das Selbstbewusstsein stieg ebenfalls. Zurecht. Allerdings rechneten sich die Gäste aus Höchst auch etwas aus, da die Beeren im Holz aktuell nicht allzu hoch hängen – speziell was die letzten Wochen betrifft. Außerdem verfügen sie über ein Offensivduo, welches nicht einfach zu bespielen ist. Doch es gibt auch offensichtliche Schwachstellen bei den Gästen, welche in der Defensivarbeit zu finden sind. Ganze 26 Gegentore musste der FC Höchst in den ersten elf Spieltagen hinnehmen.

Ein Torspektakel war also im Bereich des Möglichen, doch die Teams ließen es auf beiden Seiten erstmal etwas ruhiger angehen. Es schien fast so, als ob keiner einen unnötigen Fehler machen wollte und sein Team damit früh in Rückstand gerät. Die Zuschauer im Holz mussten lange warten, bis die ein oder andere Aktion im Strafraum zustande kam. Die erste Gästechance hatte Ex-FCL Kicker Julian Rupp, der nach einem kleinen Solo zum Abschluss kam. Seinen Schuss parierte Küng allerdings vorbildlich. Rupp war es auch, der in der FCL-Defensive immer wieder für Unruhe sorgte. Er war stets auf der „Abseitslinie“ zu finden und startete mehrere tiefe Läufe. Mutu und Co. wussten dies allerdings zu verhindern. Nach der ersten Möglichkeit für die Höchster schrieb auch der FCL mit einer Halbchance an. Ebenfalls kein Problem für den Höchster Keeper. Diese zwei Halbchancen waren im Prinzip die einzigen nennenswerten Torraumszenen in der ersten Halbzeit. Alles andere lief im Mittelfeld ab und führte dadurch zu zahlreichen fairen Zweikämpfen. Die beiden Teams fanden keine wirklichen Wege, um dem anderen Team zu schaden. Ein indirektes Lob an die Defensivarbeit beider Teams.

Nach der Pause sollte nun alles besser werden – zumindest was die Tore im Stadion an der Holzstraße betrifft. Die zweite Halbzeit war es, die den Vorzeichen der Partie definitiv gerecht wurde. Ab der 50. Minute nahm das Spektakel seinen Lauf. Nach einem wunderschön vorgetragenen Spielzug über Erbek, Asiu, Häfele und Öner verwandelte Simon Grabherr einen abgewehrten Schuss im zweiten Anlauf zum 1:0 für den FCL. Große Erleichterung auf dem Feld und auf den Rängen. Der Bann schien gebrochen und nur zwei Minuten später durfte Harun Erbek vom Elfmeterpunkt antreten, nachdem sich ein Höchst-Verteidiger einen völligen Blackout leistete, und den Ball im Maradonna-Stil vom Höchster Tor fernhalten wollte. Schiedsrichter Mutlu entging das nicht und er zeigte auf den Punkt. Erbek übernahm und hämmerte die Kugel zum 2:0 ins Netz. Freude pur! Man konnte die Jubelschreie von der Tribüne noch hören, schon ertönte wieder ein Elfmeterpfiff. Diesmal auf der anderen Seite. Julian Rupp verkürzte nur drei Minuten später auf 2:1. Jetzt ging es drunter und drüber und die Fans im Holz bekamen eine richtig tolle Offensivpartie zu sehen. Die Höchster drückten direkt nach dem Anschlusstreffer auf den Ausgleich, was dem FCL allerdings Platz verschaffte. Genau dieser Platz wurde bestens genutzt. Nach einem Einwurf auf der halbrechten Seite übernahm Linksfuß Erbek und zirkelte das Leder in den Strafraum. Zack und drin war das Ding. Ein kurioser Treffer, doch das war dem FC Lustenau 1907 herzlich egal. 3:1 Führung. Damit schien die Partie gelaufen. Oder? Leider nein. Die 3:1 Führung reichte

nicht aus, um am Ende als Sieger vom Platz zu gehen. Äußerst bitter. In der 77. Minute war es Bal, der mit einem Traumtor via Volley auf 3:2 verkürzte. Nach dem Treffer waren die Nerven beim Heimteam zu spüren. Und so kam es in der 87. Minute wie es kommen musste. Andre Spiegel nutzte seine Chance und verwandelt nach einem Eckball zum 3:3. Das darf nicht wahr sein. Doch das Heimteam ließ den Kopf nicht hängen und hätte in der Nachspielzeit beinahe noch die Führung erzielt. Doch Torhüter Bodenlenz parierte bestens. Doch es hätte auch noch ganz übel ausgehen können, als Rupp ebenfalls in der Nachspielzeit auf Torhüter Noah zusteuerte. Auch dieser Angriff konnte noch irgendwie abgewehrt werden. Damit blieb es beim spektakulären 3:3 Unentschieden.